21. November 2025, Lesedauer 5 Minuten
Mit dem Weltmeditationstag rückt die UN die wissenschaftlich belegten Vorteile von Meditation in den Fokus, um sowohl die mentale als auch die körperliche Gesundheit der Menschen zu fördern und einen positiven Wandel in der Welt zu unterstützen. Damit knüpft sie direkt an das globale Nachhaltigkeitsziel „Gesundheit und Wohlergehen für alle“ an.
Eine Praxis mit jahrtausendealter Tradition
Meditation hat eine lange und vielfältige Geschichte, die in den spirituellen und philosophischen Traditionen der Menschheit verwurzelt ist. Wie archäologische Funde vermuten lassen, praktizierten Menschen in Indien bereits vor über 5.000 Jahren meditative Übungen. In vielen Religionen hat Meditation eine wichtige Rolle gespielt und tut dies bis heute; über Jahrtausende wurde sie genutzt, um den Geist zu schulen, Einsicht zu erlangen oder sich mit dem Transzendenten zu verbinden. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass heute zwischen 200 und 500 Millionen Menschen weltweit regelmäßig meditieren.
Meditation heute – universell und losgelöst von Religionen und Kulturen
Im Laufe der letzten Jahrhunderte hat sich Meditation über kulturelle und geografische Grenzen hinweg weit verbreitet und ist heute zu einer universellen Praxis geworden – unabhängig von spirituellem oder religiösem Hintergrund. Die positive Wirkung meditativer Übungen ist inzwischen umfangreich erforscht und wissenschaftlich belegt, was sie zu einem wertvollen Werkzeug in säkularen Kontexten wie Psychotherapie, Burnout-Prävention und Persönlichkeitsentwicklung macht. Zudem erfordert sie keine Hilfsmittel und kann überall und jederzeit praktiziert werden.
Achtsamkeit und Atem als moderne Wege der Meditation
Achtsamkeits- und Atemmeditation gehören heute zu den am weitesten verbreiteten Meditationsformen in Europa – vermutlich auch weltweit. Beide finden sich sowohl im therapeutischen Setting als auch im Berufsalltag vieler Menschen wieder, die auf ihre mentale Hygiene einen entscheidenden Fokus legen. Bei der Achtsamkeitsmeditation richtet man die Aufmerksamkeit bewusst auf den gegenwärtigen Moment. Dabei werten Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen wahrgenommen, ohne sie zu bewerten oder sich in ihnen zu verstricken. Die Atemmeditation konzentriert sich vor allem auf den Atem als zentrales Wahrnehmungs- und Beruhigungselement. Beide Methoden lassen sich wunderbar kombinieren und fördern Entspannung, innere Ruhe und Klarheit. Sie sorgen für Entschleunigung und Stressreduktion und führen beim regelmäßigen Üben zu mehr Gelassenheit im oft turbulenten und herausfordernden Alltag.
Einen wesentlichen Beitrag zur Etablierung der Achtsamkeitsmeditation in der heutigen Zeit verdanken wir Jon Kabat-Zinn, der mit seinem MBSR-Programm (Mindfulness-Based Stress Reduction) einen wissenschaftlich fundierten und weltweit anerkannten Ansatz geschaffen hat. Zentral dabei ist der Atem, der als natürliches Anker- und Wahrnehmungsinstrument im Mittelpunkt der Praxis steht.
Compassion: Emotionale Stärke im Beruf und im Privatleben
Während Achtsamkeits- und Atemmeditation vor allem Präsenz, innere Ruhe und Klarheit fördern, knüpft die Mitgefühlsmeditation direkt daran an und erweitert die Praxis um eine bewusst wohlwollende, empathische Haltung gegenüber sich selbst und anderen. Im Business-Kontext gewinnt sie zunehmend an Bedeutung, da sie emotionale Intelligenz, Teamfähigkeit und eine konstruktive Kommunikation stärkt. Durch Übungen, die Freundlichkeit und Verständnis betonen, unterstützt sie Mitarbeitende und Führungskräfte dabei, Stress gelassener zu bewältigen, Konflikte deeskalierend anzugehen und ein wertschätzendes Arbeitsklima zu fördern. So trägt Mitgefühlsmeditation zu einem respektvollen Arbeitsklima, mehr Teamstärke und einem nachhaltigeren Umgang mit Belastungen bei.
Der Weltmeditationstag am 21. Dezember
Die Vereinten Nationen haben den Weltmeditationstag, der seit 2024 am 21. Dezember begangen wird, ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für die Vorteile von Meditation zu stärken und sie als eine hilfreiche Maßnahme für die körperliche und mentale Gesundheit anzuerkennen. Dieser Gedanke steht in direkter Verbindung mit den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), insbesondere dem dritten Ziel: „Gesundheit und Wohlergehen für alle“. Dabei unterstreicht die UN die wissenschaftlichen Belege für den positiven Einfluss der Meditation auf unsere Gesundheit und Wohlbefinden, insbesondere in Form von emotionaler Stabilität und Selbstregulation.
Die Wahl des Datums 21. Dezember für den Weltmeditationstag fällt in die Nähe der Sonnenwende. Dadurch trägt dieser Tag weltweit eine doppelte Symbolkraft: Während er auf der Nordhalbkugel für Stille, Einkehr und Neubeginn steht, markiert er auf der Südhalbkugel Licht, Wachheit und Entfaltung – beides Bildwelten, die gut zur Meditation als Praxis innerer Ausrichtung passen.
Die erweiterte Vision der UN hinter dem Weltmeditationstag
Klimawandel, soziale Ungleichheiten, politische Konflikte und die rasante technologische Entwicklung prägen unsere Zeit und stellen uns vor vielfältige globale Herausforderungen. Inmitten dieser komplexen Welt bietet Meditation eine Möglichkeit, inne zu halten und sich auf das Wesentliche zu besinnen. Indem wir die Praxis der Meditation in unser Leben integrieren, können wir nicht nur unsere eigene Selbstfürsorge und Lebensqualität verbessern, sondern auch unser Umfeld und damit die Welt um uns herum positiv beeinflussen. Dies geschieht durch persönliche Reflexion und Kontemplation, aus denen heraus eine innere Haltung des Wohlwollens und Mitgefühls entsteht. Gemeinschaftliche Veranstaltungen am Weltmeditationstag bieten die Möglichkeit, die eigene Praxis zu vertiefen und sich gleichzeitig mit anderen Menschen weltweit zu verbinden, um gemeinsam zu wachsen und den Wandel zum Besseren zu unterstützen.
Seit 1952 hat Meditation bei den Vereinten Nationen sogar einen eigenen Platz: den „Raum der Stille“ im UN-Hauptquartier in New York. Auf Initiative von Generalsekretär Dag Hammarskjöld geschaffen, bietet er einen Ort äußerer Stille und innerer Sammlung – als Unterstützung für die Friedensarbeit und den Dialog der Weltgemeinschaft.
Fazit
Der UN-Weltmeditationstag erinnert daran, dass innerer Frieden und Klarheit unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden wirksam stärken können und dass es sich daher lohnt, Meditation bewusst zu kultivieren. Selbst kleine Achtsamkeitsrituale im (Arbeits-)Alltag können eine große Wirkung entfalten und zu mehr Gelassenheit, emotionaler Stabilität und einem empathischen Miteinander beitragen. Darüber hinaus kann Meditation auch eine hilfreiche Antwort auf die Herausforderungen der modernen Welt sein.
EINLADUNG
Wenn Sie mit Meditation starten oder diese regelmäßig in Gemeinschaft mit anderen kultivieren wollen, lade ich Sie herzlich zur M³-Meditation (Monthly Mindful Moments) ein – einem kostenfreien monatlichen Online-Retreat beginnend am 21. Dezember 2025 um 8:00 Uhr (MEZ). Weitere Informationen finden Sie hier …
